Probleme in der Stadt im Blick

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VG-Rat Altenkirchen stimmt für die Gefahrenabwehrverordnung und die Stelle eines Streetworkers

Wie viele Verbandsgemeinden im Kreis, so hatten auch die Mitglieder des VG-Rates Altenkirchen in ihrer jüngsten Sitzung über eine Beteiligung an der neu zu gründenden GmbH zur Klärschlammverwertung zu entscheiden. Letztendlich eine reine Formalie, da der Zusammenschluss nicht nur „ein Paradebeispiel für eine gut funktionierende kommunale Zusammenarbeit“ sei, wie Bürgermeister Fred Jüngerich betonte, sondern auch angesichts verschärfter Umweltauflagen und ansonsten weiter Wege alternativlos. Der Rat votierte darum auch wenig überraschend einstimmig dafür.

Die VG Altenkirchen, die nach der Fusion mit Flammersfeld auch der größte Gesellschafter sein wird, soll entsprechend den kaufmännischen Geschäftsführer stellen. Die Personalie ist auch bereits entschieden, Beate Drumm wird diesen Posten innehaben und sich die Geschäftsführung mit ihrem Betzdorfer Kollegen Jürgen Arndt teilen, der die technische Geschäftsführung übernimmt. Am 21. Mai wird „dieser Meilenstein der Klärschlammentsorgung“ dann bei der offiziellen Beurkundung der GmbH-Gründung einbetoniert, freute sich Jüngerich.

Des Weiteren ging es in der Sitzung noch einmal um die Gefahrenabwehrverordnung und damit verbunden um die Stelle des Streetworkers (die RZ berichtete). Was die Gefahrenabwehrverordnung betrifft, so war sich Jüngerich sicher, „dass durch die Verschriftlichung gewisser Tatbestände ein Eingreifen seitens der Ordnungskräfte vereinfacht wird.“ In der Verordnung sind nun diverse Punkte zusammengefasst, die, als Ganzes gelesen, deutlich machen, womit sich Bürger und Ordnungskräfte täglich vor allem im Bereich des Konrad-Adenauer-Platzes herumschlagen müssen. Von öffentlichem Urinieren, Einkoten, Erbrechen, zerschlagenen Flaschen, Anpöbeln und Grölen, Sachbeschädigung bis hin zu frei laufenden Hunden findet sich dort ein ganzer Katalog an Vergehen, die künftig einfacher geahndet werden können.

Trotzdem, so Jüngerich, sei das Gespräch mit den Menschen dort vermutlich weitaus wichtiger als jede Bußgeldverordnung. An dieser Stelle kommt Frank Spratte ins Spiel, um dessen von der VG Altenkirchen mit 60 Prozent bezuschusste Stelle als Streetworker es ging. Die Stelle teilt sich die VG mit der Stadt Altenkirchen. Von den 5000 Euro bleiben somit 3000 bei der VG, die diesen Posten zwar nicht im Haushalt eingeplant hatte, ihn aber nun als überplanmäßige Ausgabe einbucht. „Davon wird der Haushalt nicht zusammenbrechen“, meinte Jüngerich lakonisch. Der Streetworker soll zunächst einmal von April bis Oktober auf den Straßen unterwegs sein. Seine Arbeit ist vornehmlich, auf diejenigen zuzugehen, die mit dem Alkohol Probleme haben. Eine weitere Stelle im Bereich der aufsuchenden mobilen Arbeit wurde in Kooperation mit dem Jugendzentrum geschaffen. Eine ohnehin von der VG bezuschusste Kraft wird Spratte unterstützen, wenn es um den Bereich Drogen und jüngere Konsumenten geht. Der Rat votierte einstimmig für den Streetworker, bei der Gefahrenabwehrverordnung gab es eine Enthaltung.

Thema war zudem noch die Sanierung beziehungsweise der Umbau der Kindertagesstätte Spatzennest in Gieleroth. Hier wurde seitens des Rates der Auftrag zur Planung von Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro an ein Ingenieurbüro aus dem Montabaurer Raum vergeben. Für den aus dem Umwelt- und Bauausschuss ausgeschiedenen Albino Magelhaes wurden Gottfried Klingler als Mitglied und Achim Ramseger als fünfter Stellvertreter für die Ausschussmitglieder gewählt. Für den aus dem Kreis verzogenen Frederik Kulpe rückte Horst Klein im Sportausschuss nach.

RZ Kreis Altenkirchen vom Samstag, 6. April 2019

Redakteurin Sonja Roos