Kommunale Hochzeit im Altenkirchener Trauzimmer

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Am Freitag, 13. April, war es soweit. Der letzte kommunale Akt zur freiwilligen Fusion der Verbandsgemeinden Altenkirchen und Flammersfeld stand an. Das Ja-Wort in Form der Unterzeichnung einer Fusionsvereinbarung. Zu diesem historischen Akt waren zahlreiche an der Fusion Beteiligte ins Rathaus nach Altenkirchen gekommen. Jüngerich ließ die rund 21 Monate dauernden Vorbereitungen kurz Revue passieren, bevor es dann zu den Unterschriften kam.

Altenkirchen. Die Verwaltungen der Verbandsgemeinden (VG) Altenkirchen und Flammersfeld hatten zur feierlichen Unterschrift unter die Fusionsvereinbarung in das Rathaus Altenkirchen eingeladen. Viele Mitglieder der beiden Lenkungsgruppen waren der Einladung gefolgt und wollten bei diesem letzten kommunalpolitischen Schritt zur Bildung der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld dabei sein. In seiner kurzen Ansprache ging Altenkirchens Bürgermeister Fred Jüngerich auf die Bedeutung der Fusion ein. „Wir wussten alle, dass diese Fusion kommen würde, egal ob mit oder ohne die Zustimmung der beiden Kommunen. Es war nur die Frage, ob wir, also die beiden Verbandsgemeinden, auf freiwilliger Basis und damit dann mit je einer Million Euro als Hochzeitsgeschenk oder ohne diese Mitgift in die ‚Ehe‘ gehen.“

Gewichtige Rolle im Landkreis
Die Mitglieder der beiden Lenkungsgruppen, bei denen Jüngerich sich bedankte, hatten in zahlreichen Besprechungen den nun durch die Ortsgemeinden abgesegneten Vertrag erarbeitet. In der VG Altenkirchen stimmten alle Ortsgemeinden zu, in der VG Flammersfeld stimmten lediglich die Ortsgemeinden Obersteinebach und Willroth gegen die Vereinbarung. Die Verbandsgemeinderäte hatten bereits am 31. Januar (Flammersfeld) und am 1. Februar (Altenkirchen) zugestimmt. Jüngerich betonte in seiner Ansprache, dass die neue VG eine gewichtige Rolle innerhalb des Landkreises, aber auch darüber hinaus spielen werde. So sei vor kurzem ein Touristikfachmann in die Verwaltung gekommen, der bisher eigentlich beide Verbandsgemeinden als zu klein für die Unterstützung bezeichnet habe. Dies, so Jüngerich, zeige, dass die größere kommunale Einrichtung bereits jetzt wahrgenommen werde. Der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Flammersfeld, Rolf Schmidt-Markoski, der den erkrankten Bürgermeister Otmar Fuchs vertrat, sagte, dass Flammersfeld mit einem weinenden Auge auf die Fusion schaue. „Wir verlieren unsere Eigenständigkeit“, so sein Fazit. Daraufhin sagte Jüngerich, das gelte auch für die bisherige VG Altenkirchen.

68 Ortsgemeinden und rund 35.000 Einwohner
Die neue Verbandsgemeinde mit 68 Ortsgemeinden und rund 35.000 Einwohnern gehört zu den größten Verbandsgemeinden im Land und ist im Kreis die größte Kommune. Nach der Unterzeichnung sagten die Beteiligten, dass nun das Land in der Verantwortung sei, so schnell als möglich diese freiwillige Fusion in Gesetzesform zu gießen und damit zum Abschluss zu bringen. Dies soll noch vor der Sommerpause geschehen. (kkö)

Quelle: AK-Kurier